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Papierwelt
Daten- und Dateiformate
Welche(r) Grafiker(in) kennt das nicht. Der Kunde bestellt einen Katalog - 4-farbig, in Hochglanz, gestochen scharfe Produktbilder. "Die Bilder liegen schon vor," heißt es dann oft - "im Internet, als GIF und als JPEG in 72 dpi-Auflösung."Woher soll der Kunde auch wissen, dass diese im Internet gebräuchlichen Formate für die Produktion hochwertiger Printmedien nicht geeignet sind. Folgende Dateiformate sind dagegen erwünscht ...
» TIFF
» EPS
TIFF (Tagged Image File Format)
Ein 'Tag' ist eine einzelne Informationseinheit. Es kann z.B. die Breite des Bildes oder den Namen der Software enthalten, die die TIFF-Datei erzeugt hat. Zusammen mit Encapsulated Post script ist TIFF das wichtigste universelle Format zum Austausch von Bilddaten in der Druckvorstufe.Eine TIFF-Datei speichert Informationen pixelbasiert. Es unterstützt bei Farbbildern Millionen von Farben; bei Graustufenbildern 256.
Als Farbmodi stehen zur Wahl: 'RGB' (Rot, Grün, Blau), 'CMYK' (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz), 'Lab-Farbe' (basierend auf CIE L*a*b*), 'Graustufen', 'Bitmap' und 'indizierte Farbe'.
Es lassen sich Informationen über Ebene, Beschneidungspfade (als Freisteller) und Alphakanäle (zusätzlicher Farbkanal zur Transparenzinformation), OPI-Kommentare und IPTC-Metadaten (Copyroght-Hinweise, Autor, Titel oder Stichwörter) und ICC-Farbprofil speichern.
TIFF unterstützt sowohl verlustlose Kompressionsverfahren, z.B. LZW (Komprimierung Komprimierung um 20% bis 45%), als auch verlustbehaftete Kompressionsverfahren (z.B. eines der JPEG-Verfahren). Gespeichert wird ein Vorschaubild (Thumbnail) und das Originalbild.
Eine Begrenzung findet TIFF nur in der Dateigröße. Diese kann vier Gigabyte nicht überschreiten. Das ist in der Druckvorstufe keine wirkliche Einschränkung, in manchen wissenschaftlichen Bereichen (z.B. Astronomie) fallen allerdings so große Bilder an.
EPS (Encapsulated Post script)
Das EPS hat sich als system- und programmübergreifendes Dateifromat zur Einbindung von Grafiken in Layout-Programme wie Adobe Indesing oder Quark XPress etabliert.Es kann Vektoren, gesetzten Text, Rastergrafiken mit Halbtönen und ganzen Seitenlayouts enthalten. Farbmodi sind 'RGB', 'CMYK', 'Lab-Farbe', 'Graustufen', 'Bitmap', indizierte Farbe' und 'Duplex'.
Eine EPS-Datei enthält Objekt-, Rastergrafik- und Separationsdaten und optional eine Voransicht in geringer Auflösung zur schnellen Bildschirmdarstellung (Thumbnail). Fehlt diese, so ist nur die Bounding-Box (das kleinste Rechteck, dass sich um ein druckbares Objekt zeichnen lässt) zu sehen ist. Beim Speichern aus Photoshop führt die JPG-Komprimierung zum Verlust der Farbinformation in den Separationsdaten. Hier hier ist Achtung geboten, denn die Voransciht enthält die Informationen weiterhin. Ebenfalls zu beachten ist bei der Option ASCII- oder Binär-Format, dass das binäre Format wesentlich kleinere Datenmengen erzeugt, aber nicht von allen Programmen verstanden wird.
Dass das EPS eine Untergruppe von Postscript ist, erkennt man beim Speichern in Photoshop. Dort finden sich die Postscript-Optionen zur Rastereinstellung, Freistellungspfade und Druckkennlinie.
Im Gegensatz zu Postscript beschreibt EPS nur eine Seite. Es sind daher einige Befehle, insbesondere auch die druckerspezifischen, nicht zulässig.
Die Dateiendungen für EPS sind .eps und seltener .epsf .
PDF (Portable Document Format)
Das Portable Document Format ist ein Dateiformat, das von der Firma Adobe Systems entwickelt und 1993 mit Acrobat 1 veröffentlicht wurde.In der Startphase war der Acrobat Reader (jetzt: Adobe Reader) kostenpflichtig. Erst die kostenfreie Weitergabe der Software ermöglichte die Verbreitung im heutigen Ausmaß. Die aktuelle Version des PDF-Dateiformats ist 6.1 (kann mit Acrobat ab Version 7 verarbeitet werden).
Vorteile im Desktop Publishing sind für Grafiker und Designer die Einbindung aller Elemente für die Druckerstellung. Eine PDF-Datei gibt die Dokumente des Ursprungsprogramms einschließlich aller Schriften, Farben, Grafiken und Bildern präzise wieder. Schriften (auch nicht-lateinische, wie beispielsweise japanische oder chinesische) und Vektorgrafiken können dabei beliebig ohne Qualitätsverlust vergrößert werden.
Ursprünglich konnte man PDF-Dokumente nach der Herstellung nicht mehr ändern. Heute gibt es Werkzeuge, mit denen man PDF-Dokumente auch nachbearbeiten kann, zum Beispiel kann man einzelne Tippfehler entfernen.
Ein häufig verwendetes Programm zur Erzeugung von PDF ist Adobe Acrobat Distiller, der aus Postscript-Dateien PDF erstellt. Der Distiller ist verfügbar für Windows und Mac. Mit weiteren PDF-Werkzeugen (Tools) lassen sich – oft über den Druckbefehl, bei größeren Datenmengen aber meist mit einer Programmiersprache aus einer Datenbank heraus – PDF-Dateien einfach und schnell erstellen. Die Erzeugung von PDF-Dateien ist damit auf jeder Plattform möglich.
PDF-Dokumente lassen sich problemlos auf verschiedenen Softwareplattformen austauschen. PDF war ein proprietäres ("hauseigenes"), aber offenes Dateiformat, das im PDF Reference Manual von Adobe dokumentiert ist und dadurch Drittentwicklern umfangreiche PDF-Werkzeuge bereitstellt. PDF basiert zu großen Teilen auf dem Postscript-Format, das ebenfalls offen ist.
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